Wilbers-Tieferlegung für die R 1300 GS: 30 mm mehr Bodennähe

Wilbers-Tieferlegung für die R 1300 GS: 30 mm mehr Bodennähe
Im GS-Forum ist ein Thema aufgetaucht, das viele kleinere und weniger sportliche Fahrer der R 1300 GS interessieren dürfte: eine Tieferlegung von Wilbers, die die Sitzhöhe nochmals um 30 mm reduziert. Die Fachzeitschrift Motorrad hat den Kit bereits vorgestellt, und ein Forumsnutzer überlegt jetzt, ihn sich im nächsten Winter selbst einbauen zu lassen.
Warum überhaupt tieferlegen
Die R 1300 GS ist mit ihrer neuen Plattform zwar kompakter und leichter als ihre Vorgänger, bleibt aber ein großes Reise-Enduro mit entsprechender Sitzhöhe. BMW bietet werksseitig bereits eine niedrigere Sitzbank sowie ein abgesenktes Fahrwerk an, das die Sitzhöhe um rund 30 mm reduziert. Wer noch weiter runter will, etwa weil er von einer werksseitig tiefergelegten R 1200 GS oder R 1250 GS kommt und dort sehr zufrieden war, stößt bei BMW selbst an eine Grenze. Genau hier setzt der Wilbers-Kit an: Er verspricht eine zusätzliche Absenkung um 30 mm.
Was ein solcher Kit technisch bedeutet
Bei einer Boxer-GS mit Telelever vorn und Paralever hinten lässt sich die Sitzhöhe nicht einfach durch kürzere Federn allein reduzieren, ohne den Federweg und damit die Fahrwerksgeometrie zu verändern. Ein seriöser Tieferlegungs-Kit wie der von Wilbers passt deshalb in der Regel Federrate, Dämpfung und gegebenenfalls die Anlenkung so an, dass trotz reduzierter Bauhöhe genügend Restfederweg bleibt und das Fahrverhalten nicht komplett verstellt wird. Wilbers hat mit Fahrwerkskomponenten für BMW-Boxer jahrelange Erfahrung, das macht den Kit für die 1300er-Generation zu einer naheliegenden Weiterentwicklung.
Erfahrungswerte aus der Praxis
Der Forumsnutzer, der den Thread gestartet hat, bringt einen wichtigen Erfahrungswert mit: Er ist frühere R 1200 GS und R 1250 GS jeweils mit der werksseitigen BMW-Tieferlegung gefahren und war damit durchweg zufrieden. Das ist eine gute Referenz, denn die BMW-Lösung gilt als sauber abgestimmt und alltagstauglich. Ob der Wilbers-Kit für die R 1300 GS ein ähnliches Fahrgefühl liefert oder eher spürbar eigenständig wirkt, lässt sich pauschal nicht beantworten, hier zählt am Ende die eigene Testfahrt. Genau deshalb sind Erfahrungsberichte aus der Community, wie sie im GS-Forum gesammelt werden, so wertvoll: Wer die Kombination schon gefahren ist, kann viel genauer einschätzen, wie sich Kurvenverhalten, Bodenfreiheit und Komfort im Vergleich zur unveränderten GS oder zur BMW-Tieferlegung verändern.
Für wen sich das lohnt
Eine zusätzliche Absenkung um 30 mm ist vor allem für Fahrerinnen und Fahrer interessant, die auch mit der werksseitigen Tieferlegung noch nicht sicher genug stehen, etwa bei beladenem Motorrad im Gelände oder an Ampeln mit Gefälle. Der Preis dafür ist in der Regel ein reduzierter Federweg, was sich bei sehr grobem Geländeeinsatz bemerkbar machen kann. Für die meisten Reise- und Straßeneinsätze dürfte das aber kaum ins Gewicht fallen, zumal viele GS-Fahrer den zusätzlichen Sicherheitsgewinn durch mehr Bodenkontakt klar höher gewichten.
Wer sich mit dem Gedanken an eine Tieferlegung trägt, sollte den Umbau ohnehin mit einem erfahrenen Fahrwerksspezialisten planen und dabei auch gleich über Sitzbank und Sitzposition sprechen, denn beides hängt eng zusammen.
Der Winter bietet sich für einen solchen Umbau übrigens gut an, die Standzeit lässt sich sinnvoll für Fahrwerksarbeiten nutzen, statt die Maschine ungenutzt in der Garage stehen zu lassen.