Fußschalthebel der R 1300 GS mit ASA: Aus welchem Material, und was tun, wenn er abbricht?

Fußschalthebel der R 1300 GS mit ASA: Aus welchem Material, und was tun, wenn er abbricht?
Im GS-Forum stellt ein Nutzer eine Frage, die auf den ersten Blick klein wirkt, aber ziemlich praxisrelevant ist: Aus welchem Material besteht eigentlich der Fußschalthebel der R 1300 GS mit ASA, und was macht man, wenn er unterwegs abbricht? Grund genug, sich das Thema mal genauer anzuschauen.
Warum die Frage bei ASA besonders interessant ist
Bei der R 1300 GS mit Automatic Shift Assistant (ASA) fällt zwar der Kupplungshebel weg, der Fußschalthebel bleibt aber weiterhin da und wird für manuelle Gangwechsel per Hoch- und Runtertreten genutzt. Auch mit ASA ist der Hebel nicht komplett von der Mechanik entkoppelt: Er betätigt nach wie vor ein klassisches Schaltgestänge, an dem ein zusätzlicher Sensor sitzt. Dieser Sensor erfasst die Schaltbewegung und gibt das Signal an die elektronischen Aktuatoren weiter, die dann blitzschnell kuppeln und schalten. Bricht der Hebel komplett ab, kann das System keinen Impuls mehr erhalten – das Motorrad strandet im aktuellen Gang. Ein Defekt ist hier also genauso unangenehm wie bei einer rein mechanischen Schaltung.
Zum Material
BMW verbaut bei der R 1300 GS einen stabilen Schalthebel aus geschmiedetem Aluminium. Die im Forum heiß diskutierte Auflagefläche, auf die man mit dem Stiefel drückt, ist in Wahrheit ein aufgestecktes Gummiüberzug-Pad. Dieses kann zwar verschleißen, bricht aber als weiches Material im Regelfall nicht einfach ab – bei einem Sturz biegt oder bricht eher der Aluminiumarm selbst. Da sich die genauen Ausführungen je nach Ausstattungsvariante (wie der Option 719) unterscheiden können, lohnt sich vor einer Bestellung ein Blick in den BMW-Ersatzteilkatalog oder eine kurze Nachfrage beim Vertragshändler, der die genaue Teilenummer für dein Baujahr nennen kann.
Ersatz aus robusterem Material
Wer dem Serienhebel im harten Gelände nicht traut, findet im Zubehörmarkt verstärkte Schalthebel, oft aus CNC-gefrästem Aluminium oder Edelstahl. Diese besitzen meist eine integrierte Klappfeder an der Trittspitze. Fällt das Motorrad im Offroad-Einsatz um, klappt der Hebel einfach weg, anstatt zu brechen oder zu verbiegen. Solche Umbauten sind vor allem für Fahrer interessant, die viel abseits der Straße unterwegs sind.
Provisorische Lösung, falls der Hebel unterwegs abbricht
Geht nur der Gummiüberzug verloren und der blanke Metallarm bleibt übrig, lässt sich meist trotzdem weiterschalten. Als Bordbehelf helfen ein paar Wicklungen Panzerband um den Stumpf, um wieder eine griffige Fläche zu schaffen, oder ein fest angezogener Kabelbinder als improvisierter Widerstand. Bricht jedoch der komplette Hebel direkt an der Welle ab, wird es schwieriger. Auf den Einsatz einer Rohrzange direkt an der Schaltwelle sollte man unbedingt verzichten, da dies die feine Verzahnung zerstört und die sensible ASA-Sensorik beschädigen kann. Als Notbehelf lässt sich stattdessen ein stabiler Gabelschlüssel aus dem Bordwerkzeug mit zwei robusten Schlauchschellen (oder extrem fest gewickeltem Panzerband) parallel an den verbliebenen Hebelrest anflanschen. Mit diesem improvisierten Hebelarm schafft man meist den Weg bis zur nächsten Werkstatt. Wer öfter abseits befestigter Strecken unterwegs ist, ist mit etwas solidem Klebeband, Kabelbindern und Schlauchschellen im Gepäck gut beraten. Am Ende zeigt die Forumsfrage vor allem eins: Auch bei einem hochmodernen, elektronisch unterstützten Schaltsystem wie dem ASA spielen kleine mechanische Bauteile eine entscheidende Rolle. Eine kleine Notfalllösung im Gepäck kostet wenig, spart im Zweifel aber eine Panne mitten in der Tour.